Fensterbrettphilosophie

Autors Blog, Sternzeit 2018229

 

In Momenten der Ruhe, wenn ich mich nicht mehr über die 31. Zeile eines Dokumentes aufrege, das nur 30 Zeilen beinhalten darf und die Sonne hinter der Gloriette verschwunden ist, tauche ich meine Zehen gerne in einen Pool aus Zen, Existenzialismus und Esoterik. 

 

Im Licht vorbeifahrender Autos, das die Bäuche alter Männer illuminiert, die sich so wie ich aus dem Fenster lehnen, versuche ich Herr meiner Gedanken zu werden. 

Mit einer Zigarette in der Hand und dem Wunsch der Erleuchtung im Herzen, strebe ich wie wild den spontanen Zustand an, der mich vom Ego trennt, während mich die Stimme in meinem Kopf an den Tag erinnert, an dem ich den Kindergarten ohne Schuhe verlassen habe, oder was ich am nächsten Tag essen soll. 

In diesen Nächten, die vom ständigen Wechsel der Spotify-Playlisten geprägt sind, taucht eine Frage immer wieder auf: Hat das alles einen Sinn?

 

Tanzt das Leben nicht eher für sich selbst, als für die sinnlosen Probleme des Individuums, das sich Sorgen um Bestätigung von außen macht? 

Ist die Existenz tatsächlich eine Reise, mit der wir unser Dasein so gerne vergleichen? Nicht viel mehr Musik, deren Sinn jede Note und nicht erst das Ende ist?, oder doch ein Tanz?

In inniger Umarmung ist das Ziel kein beliebiger Punkt im Raum, den es zu erreichen gilt sondern jeder einzelne Schritt, jede Berührung und natürlich die Musik.

Das Unglück des Menschen ist die Reise, die ihn auf einen Punkt hoffen lässt, an dem er bereut nicht getanzt zu haben. 

 

Die Stimme in meinem Kopf erinnert mich daran, dass ich mit 16 die Tanzschule verweigert habe und ich verlasse das Fensterbrett. 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Du weißt schon wer (Freitag, 17 August 2018 15:08)

    Hmmm, interesante Gedankenfürze (die nicht stinken).

    Ich glaube du musst mehr Motorrad fahren :)