Das Image, das wir honorieren

Autors Blog, Sternzeit 2018214

 

Obwohl man diese Seite mit dem Versprechen der gesellschaftskritischen Verschonung betritt, möchte ich dennoch einen Gedanken teilen. Er ist weder neu, noch revolutionär. 

Als Teil der Generation, die sucht und nicht findet, aber langsam versteht, dass Bestätigung von außen zum Niedergang des Selbst führt, gebe ich Einblick in meine Überlegungen. 

 

Im Herzen Europas, vor allem in Österreich, zehrt man  noch immer von einem gesellschaftlichen Gedankengut, das den Imperialismus geprägt hat. Seit hundert Jahren wehrt sich dieses Land gegen menschliche Innovation und betitelt eine Generation, die Sinn in sich selbst sucht als faul, während ihr im selben Atemzug Steine in den Weg gelegt werden. 

Denn was zählt auf dieser Insel der Seligen, was wird honoriert? Ein Titel, der stellvertretend für Intelligenz stehen soll. Mit dem geprahlt werden kann, während am Stammtisch ein menschenverachtender Sermon gepredigt wird. Ein Beruf, gut bezahlt und wider aller Relation, bei dem die verbleibende Arbeitszeit auf dem Schreibtisch eingraviert wird, doch von außen wirkt, als stünde die Welt selbst auf dem Spiel. 

Das ist die Sinnhaftigkeit, an der sich dieses Land festklammert wie an ein Rettungsboot, bevor der Offizier nichts mehr wert ist. Kein Platz für Innovation. Denn honoriert wird weder Leistung, noch der Mensch sondern ein vorgefertigtes Image, das zum Erfolg führt. Das ist der österreichische Traum, der bewahrt werden muss, um ein Europa aufrecht zu erhalten, das in seiner eigenen Geschichte langsam untergeht. 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    P (Samstag, 01 September 2018 19:28)

    Und wieso genau sollte ein vorgefertigtes Image zum Erfolg führen? Außerdem ist diese Formulierung in dem Zusammenhang paradox, weil sie im Widerspruch zur Kritik an der Gesellschaft, die in diesem Text ausgeführt wird, steh.

  • #2

    N.D (Sonntag, 02 September 2018 01:14)

    "Image" ist in diesem Fall vermutlich tatsächlich das falsche Wort. Ich möchte zum Ausdruck bringen, dass nur ein vorgefertigter Weg, gepflastert von den Erwartungen der Gesellschaft (Image) zum Erfolg führt.

  • #3

    P. (Mittwoch, 05 Dezember 2018 22:32)

    Also Gesellschaft pflastert den Weg? Oder die vermeintlichen Erwartungen der Gesellschaft, von denen uns ja eigentlich nur erzählt wird. Die Konstruktion dieser Erwartungen also auch dieses „Image“ vollziehen wir selber, sohin leben wir ja dann eher in einer Konstruktion unserer eigenen Wirklichkeit und unserer eigenen Erwartungen oder?
    But I see your point und ich muss mich deiner Meinung anschließen, aber es ist definitiv ein unendlich erschöpfbares Gedankenkonstrukt.